Mikrobiologie

Nährboden für exakte Befunde

Sämtliche Bereiche der Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie werden in der Abteilung für Infektiologische Diagnostik und Beratung des MVZ Dr. Stein + Kollegen abdeckt.
Über 2000 Parameter der Bakteriologie, Virologie, Mykologie und Parasitologie sind direkt verfügbar. Insgesamt werden jährlich ungefähr 600.000 Patientenmaterialien einem bakteriologischen, mykologischen oder parasitologischen direkten Erregernachweis, 640.000 Untersuchungsmaterialien einer infektionsserologischen und 90.000 Patientenproben einer molekularbiologischen Untersuchung unterworfen.

Dermatomykosen

Allgemeine Hinweise zur Probengewinnung

Für den Nachweis einer echten Pilzinfektion durch Dermatophyten ist die Kutivierung des Erregers unumgänglich. Die Anzucht ermöglicht dann auch die abschließende Spezie-Identifizierung.

Die Kulturen bei Verdacht auf Dermatomykosen werden über einen Zeitraum von mind. 4 Wochen bebrütet. Neben den allgemein notwendigen Angaben für die Laboratoriumsdiagnostik wie z. B. Art des Materials (Abstrich, Haare, Haut usw.), der Entnahmestelle (genaue anatomische Lokalisation) und des Entnahmezeitpunkts (Datum und Uhrzeit) sind vor allem anamnestische Hinweise (z.B. Tierkontakt, Auslandsaufenthalt, Beruf, etc.) für die mykologische Diagnostik besonders wichtig.

Die Probengewinnung sollte vor Therapiebeginn oder während einer Therapiepause erfolgen. Wir empfehlen, evtl. bisherige Behandlung mit topischen und/oder oralen Antimykotika mindestens zwei Wochen vorher zu unterbrechen oder zu beenden.

Zur Reduktion der bakteriellen Standortflora sollten die Hautläsionen bei Verdacht auf Dermatomykose mit 70%igem Ethanol desinfiziert werden. Bei Verdacht auf eine Candida-Infektion sollte auf vorherige Desinfektion aber verzichtet werden!

Bitte beachten:

Zur Diagnostik von Dermatomykosen sind Krusten, Schuppen aus der Mitte der Läsion, gezogene Nägel und vor allem Abstriche nicht geeignet.

Geeignetes Material

Für die mykologische Diagnostik ist vor allem eine ausreichende Menge an Material wichtig.
Für die Untersuchung auf Pilze sind folgende Materialien geeignet:

  • Abstriche
  • Blut
  • Bronchialsekrete
  • Bronchoalveoläre Lavage
  • Drainagesekrete
  • Eiter
  • Exsudate
  • Gewebe
  • Haut und Haare (ausschließlich Dermatophyten)
  • Katheterspitzen
  • Liquor
  • Nägel (ausschließlich Dermatophyten), Punktate
  • Sputum
  • Trachealsekrete
  • Urin
  • Urogenitalabstriche

Gewinnung von Probenmaterialien

EntnahmehilfeProzedere
Haare (Tinea captis, Tinea barbae):
Epilationspinzette, Skalpell, Schere
  • kürzen und verwerfen der Haare mit der Schere (ca. 3-5 mm Länge)
  • Entnehmen von 10-20 Haarstümpfen mit Haarwurzel (Epilationspinzette)
  • Entfernen und einsenden von zusätzlich ggf. Kopfschuppen

Haut (Tinea corporis):
Skalpell, scharfer Löffel

  • Entfernen und verwerfen grober Schuppenpartikel und lose anhaftender Auflagerungen (Krusten)
  • Entnehmen vieler (mindestens 20-30) kleiner (!) Schuppen vom Läsionsrand
Haut-(intertriginöse)/
Schleimhaut-Candidose:
Abstrichtupfer
  • ohne vorhergehende Desinfektion der Hautläsion!
  • Entnahme von Material durch kräftiges Abreiben des betroffenen Areals mit dem Tupfer
Nägel (Onychomykose):
Skalpell, scharfer Löffel, Schere
  • Entfernen und verwerfen von zerstörtem, ablösbaren und bröckeligen Nagelmaterial (ggf. vorher mit der Schere kürzen)
  • Entnehmen feiner (!) Nägelspäne aus den befallenen Arealen der Nagelplatte (am Übergang vom "kranken" zum "gesunden" Gewebe
  • Einbeziehen von tieferen Nagelpartien nahe dem Nagelbett und von subungualen Hyperkeratosen
  • Gewinnung von Material bei weißer superfizieller Nagelbeteiligung durch Abkratzen der weißen Flecken
Pytiriasis versicolor:
Tesafilm, Skalpell
  • Anfertigen eines Klebestreifenpräparates vom betroffenen Hautareal (durchsichtigen Klebestreifen auf Objektträger kleben, mit Patientendaten beschriften)
  • Gewinnen von ggf. Schuppen wie oben beschrieben
Dipl. Biol. Roman Schwarz rschwarz@labor-stein.de