DGSVO ab 25.05.2018

Im Rahmen Ihres Behandlungsvertrages sind Sie als Arzt verpflichtet, Ihre Patienten über unsere Beauftragung als Laborarztpraxis zu informieren, um die Transparenz-Anforderungen aus Artikel 13 DSGVO zu erfüllen.

Nach unserer Ansicht ist es gemäß Art. 9 Abs. 2 Buchstabe h DSGVO jedoch nicht notwendig, eine Einwilligung einzuholen, sofern die beauftragten Leistungen für die Behandlung erforderlich sind und der Patient entsprechend aufgeklärt wurde.

Es besteht jedoch auch hier eine noch andauernde Diskussion, deren Ausgang nicht vollständig absehbar ist. Sollten Sie eine Einwilligung und die Umsetzung der bestehenden Informationspflicht dokumentieren wollen, können Sie das  Muster einer Patienteneinwilligung zur Durchführung labordiagnostischer Untersuchungen und Entbindung von der Schweigepflicht für Ihre Patienten verwenden, das ausschließlich für den Verbleib in Ihrer Praxis gedacht ist.

Wir bitten Sie zu berücksichtigen, dass wir hierdurch keine Rechtsberatung vornehmen und bitten Sie als Verantwortlicher bei Unsicherheiten oder Fragen gegebenenfalls weiteren Rat einzuholen.

Muster Patienteneinwilligung:

 

 

 

Diagnostische Maßnahmen: Staphylocuccus aureus-Bakteriämie (SAB)

Eine Staphylococcus aureus-Bakteriämie (SAB) ist eine Erkrankung mit einer Mortalität bis zu 50%.

Folgende diagnostische Maßnahmen sind unter der Therapie notwendig:

1.
48 bis 72 Stunden nach Beginn der Antibiotikatherapie: Abnahme von 2 Kontroll-Blutkultursets

2.
Bei anhaltendem Nachweis von S. aureus mittels Kontroll-Blutkulturen oder Ausbleiben einer Entfieberung: Ausschluss einer Endokarditis und einertiefsitzenden Läsion (s. komplizierter SAB-Verlauf)

Die Therapiedauer der SAB beträgt bei unkompliziertem Verlauf 2 Wochen und kompliziertem Verlauf 4 bis 8 Wochen.

• unkomplizierter SAB-Verlauf (alle Kriterien müssen erfüllt sein):
Katheter-assoziierte SAB oder anderer nicht-tiefsitzender Primärfokus, frühzeitige Entfernung des ursächlichen Katheters, negative Kontrollblutkulturen, Entfieberung innerhalb 48 bis 72 Sunden nach Therapiebeginn, kein Hinweis auf Endokarditis, keine implantierten Fremdkörper, kein Anhalt für eine tiefsitzende sekundäre Infektion

• komplizierter SAB-Verlauf (Vorliegen eines einzelnen Kriteriums ausreichend):
Endokarditis, tiefsitzender Primärfokus oder tiefsitzende sekundäre Infektion (Osteomyelitis, Spondylodiszitis, septische Arthritis/Gelenkempyem, septischer Herd im Abdomen, Weichgewebe, Gefäß, infiziertes Fremdmaterial), Meningitis, septische zerebrale Embolie, unklare Eintrittspforte

Antibiotikatherapie der 1. Wahl:

• Methicillin-sensibler S. aureus-SAB:
Flucloxacillin 4 – 6 x 2 g i. v.

• Methicillin-resistenter S. aureus:-SAB:
Vancomycin 2 x 15 mg/kgi. v. (Ziel-Talpspiegel 10 -15 mg/L) ggf. Plus Rifampicin 2 x 450 mgi. v. /p. o. (Alternativen bei Kontraindikationen zu Vancomycin: Daptomycin 1 x 6 – 9 mg/kg, Linezolid 2 x 600 mg i.v/p. o.).

Referenzen: 1. Thwaits et al, Lancet Inf Dis 2011, 2. Rieg et al. Krankenhaushygiene up2date 2011

Erfassungspflicht gemäß §23 Infektionsschutzgesetz (lfSG)

Nach § 23 Abs.1 IfSG (Link zur PDF-Datei) besteht für Krankenhäuser und Einrichtungen für ambulantes Operieren die Verpflichtung zur gezielten Erfassung und Bewertung bestimmter nosokomialer Infektionen (Surveillance) sowie zur Erfassung von Erregern mit besonderen Resistenzen und Multiresistenzen. Die Erfassung soll die Einrichtungen in die Lage versetzen, eigene Schwächen im Hygienemanagement zu erkennen und gegebenenfalls die notwendigen Hygienemaßnahmen zu verstärken oder zu etablieren bzw.der Verbreitung der betreffenden Erreger möglichst schnell Einhalt zu gebieten und sind Teil des Qualitätsmanagements im Sinne des § 137 SGB V.