Abrechnung je Antikörper

GOÄ 4400:
20,11 € (1,15-facher Satz)
17,49 € (einfacher Satz/ Selbstzahler)

zzgl. 5,10 € Verandkostenpauschale 

EBM (88240; 32641):
11,10 €

Abrechnungsfähigkeit von SARS-CoV-2-Antikörpertests über die KV

Insbesondere bei milden Verläufen von COVID-19 ist ab der zweiten Woche nach Symptomeintritt der direkte Erregernachweis mit einem PCR-Test nicht immer möglich. Eine SARS-CoV-2-lnfektion kann in diesen Fällen indirekt durch serologische Verfahren nachgewiesen werden. Ab eine Woche nach Symptombeginn kann hier eine Untersuchung auf SARS-CoV-2-Antikörper zur Bestimmung des Titer-Anstiegs oder zum Nachweis einer Serokonversion zweckmäßig sein.

Da derzeit lgA- und lgM-Antikörper-Bestimmungen eine deutlich niedrigere Spezifität aufweisen, sollte nur auf Gesamt- oder spezifisch auf lgG-Antikörper untersucht werden und keine lgA- bzw. lgM-Bestimmung erfolgen.

Der Antikörpertest sollte als Ergänzung zum Erreger-Direktnachweis eingesetzt werden.

Die Aussagekraft nachgewiesener Antikörper gegen SARS-CoV-2 bezüglich einer möglicherweise bestehenden Immunität wird derzeit noch kontrovers diskutiert.

Vorraussetzung für die Abrechenbarkeit als GKV-Leistung*:

  • Die medizinische Relevanz muss gegeben sein (z.B. zum Ausschluss einer Corona-Infektion bei anhaltenden Beschwerden).
  • Die Bestimmung erfolgt aus zwei Blutproben (Serum), die in einem Abstand von 7-14 Tagen entnommen werden. Dabei sollte die Zweitprobe nicht vor der dritten Woche nach Symptomeintritt erfolgen.
  • Die jeweiligen Proben müssen stets im gleichen Labor untersucht werden.
  • Kennzeichnung der Abrechnung am Behandlungstag mit Kennziffer 88240 als extrabudgetäre Leistung. Der Antikörpertest selbst ist als ähnliche Untersuchung mit der Gebührenordnungsposition 32641 berechnungsfähig.

Nicht zu Lasten der GKV abgerechnet werden können:

  • Schnellteste
  • Antikörperbestimmungen ohne direkten zeitlichen Bezug zu einer COVID-19-Symptomatik: Wünscht der Patient seinen Immunstatus zu kennen, oder ist der Arbeitgeberwunsch z.B. einer Kita, einer Schule, eines Krankenhauses oder eines Heimträgers Auslöser der Untersuchung, so ist die Leistung privatärztlich abzurechnen.

*Bei positivem indirektem Nachweis einer COVID-19-Erkrankung gelten ebenfalls die gesetzlichen Meldepflichten.

Stand: 18.05.2020