freies PSA (fPSA)

Klinische Bedeutung:

Prostataspezifisches Antigen (PSA) ist ein Glycoprotein, das überwiegend vom Prostatagewebe gebildet wird. Als Serinprotease ist es für die Verflüssigung des Seminalplasmas verantwortlich. In der Samenflüssigkeit kommt PSA als Monomer, im Plasma sowohl als Monomer, als auch mit α 1-Antichymotrypsin komplexiert vor. Erhöhte PSA-Konzentrationen werden bei Patienten mit Prostatakarzinomen, benigner Prostatahyperplasie (BPH) oder bei entzündlichen Erkrankungen der Prostata detektiert. Neuere Untersuchungen haben gezeigt, dass PSA im Serum bei Patienten mit Prostataerkrankungen überwiegend komplexiert vorliegt. Der Anteil des freien PSA (fPSA) ist jedoch bei Patienten mit Prostatakarzinom deutlich niedriger als bei Patienten mit BPH.

Diagnostisches Vorgehen:

Bei Patienten mit erhöhten PSA-Werten ist mit Hilfe des Quotienten aus fPSA und Gesamt-PSA eine wesentlich bessere Differenzierung zwischen BPH und Prostatakarzinom möglich. So wird zum Beispiel bei einem Cut-off von 0,25 die Sensitivität bezogen auf Gesamt-PSA um 60 % erhöht.

Ein Quotient < 0,2 deutet auf ein Prostata-Karzinom und ein Quotient > 0,2 auf eine benigne Prostatahyperplasie hin.

Ein Cut-off von < 0,2 ist nur gültig, wenn zur Bestimmung des PSA-Gesamt ein Assay verwendet wird, der freies und komplexiertes PSA equimolar erkennt.

Material:

1 ml Serum oder Plasma, tiefgefroren

Hinweis:

Die Bestimmung erfolgt aus Vollblut (Serum). Die Probe kann bis zu 24 Stunden im Kühlschrank gelagert werden. Für eine längere Lagerung werden 20°C empfohlen. Stark hämolytische oder lipämische Seren können nicht verwendet werden.

Literatur:

Stenmann, U.-H. I, Leinonen, J. et al., (1991); Cancer res. 51:222-226, Leinonen, J., Lövgren, T. et al.; (1993); Clin. Chem. 39:2098-2103

Ansprechpartner:

Dr. med. Josef van Helden, 0 21 61 / 81 94 -408