Legionärskrankheit
Das traditionelle Mittel zur i. v. Therapie schwerer Erkrankungen ist Erythromycin (tgl. 2g, Kinder 50 mg/kg). Nach Entfieberung geht man auf orale Gaben von Azithromycin, Clarithromycin oder Roxithromycin über. Dauer der Behandlung mindestens 3 Wochen (Rezidivgefahr), bei immunsupprimierten Patienten 4-6 Wochen und länger. Bei schweren Erkrankungen und immunsupprimierten Patienten 4-6 Wochen länger. Bei schweren Erkrankungen und immunsupprimierten Patienten kombiniert man Erythromycin in der 1. Woche mit Rifampicin (2mal tgl. 0,6 g oral oder 3mal tgl. 6 mg/kg). Auch Moxifloxacin und Levofloxacin haben eine gute Wirksamkeit gegen Legionellen. Sie kommen zumindest für Nierentransplantierte unter Cyclosporinbehandlung in Frage, die kein Erythromycin erhalten dürfen, sowie für ältere Patienten mit Nieren- oder Leberinsuffizienz, die durch Erythromycin bei höherer Dosierung Hörstörungen entwickeln können.
Quelle: 1) Stille, Antibiotika-Therapie, 11. Auflage 2005
In Spanien befasste sich eine neue Studie mit einem großen Ausbruch der Legionärskrankheit. Mehr als 400 Erkrankungen wurden als Legionella-Infektionen gesichert. In einer prospektiven, nicht randomisierten Studie in einem Krankenhaus wurde auch die Wirksamkeit von Makroliden versus Levofloxacin analysiert. Darüber hinaus erhielten 45 Patienten auch Rifampicin in Kombination mit Levofloxacin. Unterschiede bezüglich der Behandlung und anderer Parameter bei leichten bis mittelschweren Pneumonien konnten nicht beobachtet werden. Bei Patienten mit schwerer Pneumonie erwies sich Levofloxacin den Makroliden als übelegen; es traten unter Levofloxacin weniger Komplikationen auf (3,4 % versus 27,2 %) und auch die Krankenhausaufenthaltsdauer war mit 5,5 versus 11,3 Tagen signifikant kürzer. Die Gabe von Rifampicin zu dem Levofloxacin bei schweren Pneumonien erbrachte keinen zusätzlichen klinischen Nutzen.
Literatur:1) Blazquez Garrido, R.M. et al. Clin Infect Dis 2005; 40:800-806
