Darmkarzinom
Früherkennung durch Screeningverfahren auf okkultes Blut im Stuhl
Klinische Bedeutung:
Kolorektale Karzinome zählen zu den häufigsten der Krebserkrankungen in Deutschland und haben somit eine erhebliche sozialmedizinische Bedeutung. Die in unserer Gesellschaft verbreitete faserarme und fettreiche Nahrung gilt heute neben den genetischen Faktoren und chronisch entzündlichen Darmerkrankungen als Hauptrisikofaktor für die Entwicklung eines malignen Dickdarmtumors. Eine frühzeitige Diagnosestellung, z.B. durch Screening auf okkultes Blut im Stuhl und gezielte weiterführende Diagnostik entscheidet wesentlich über Prognose und zukünftige Lebensqualität der Betroffenen.
Diagnostik:
Immunologischer Nachweis von Hämoglobin und Hämoglobin-Haptoglobin-Komplex (Hb-Hpt) im Stuhl.
Dieses neue Screening-Verfahren auf okkultes Blut im Stuhl weist im Gegensatz zu den vielfach verwendeten - aber störanfälligen - chemischen Okkultbluttesten (z.B. Haemoccult oder ähnliche Präparate spezifisch freies und ungebundenes humanes Hämoglobin nach und hat folgende Vorteile:
- Sensitiver, da gebundenes Hämoglobin im Darm weniger rasch abgebaut wird. Verbesserte Früherkennung der rechtsseitigen (proximalen) Karzinome und Polypen.
- Spezifischer, da der Test spezifisch humanes Hämoglobin erkennt und damit zu einer Reduzierung falsch positiver Befunde und überflüssiger Koloskopien führt.
- Patientenfreundlicher, da keine vorherige Diät erforderlich ist.
Indikation:
- Vorsorgeuntersuchug (bei Kassenpatienten als IGEL-Leistung)
- Verdacht auf gastrointestinale Blutungen (Abklärung von unklaren Anämien bzw. anderer Symptome).
Für Kassenpatienten ist die Untersuchung als Überweisungsleistung (O III) unter der Ziffer 32455 abrechenbar.
Material:
Stuhl (Spezialröhrchen erforderlich)
Durchführung:
Die Durchführung erfordert keine vorherige Diät und ist somit wesentlich patientenfreundlicher!
Screening:
2 Spezialstuhlröhrchen (1 Probenpaar) von einem Stuhlgang einsenden.
Krankheitsverdacht:
2 Spezialstuhlröhrchen (1 Probenpaar) von 2 aufeinander folgenden Stuhlgängen einsenden.
Bewertung:
Die Bewertung unterscheidet sich nicht von der, chemischer Okkultblutteste d. h., bei einmahligem positivem Befund ist eine invasive Diagnostik erforderlich.
Anforderung:
Mitglieder des Dachverbandes der Laborgemeinschaften können diese Untersuchung gemäß GOÄ, Kapitel M II (Basislabor) nach der Analogziffer A 3571 als eigene Leistung berechnen. (2x Hb, 2x Hb-Hpt-Komplex).
In diesem Falle 1 Probenpaar mit dem gleichen Barcode versehen und in die Laborgemeinschaft unter der Position -Blut im Stuhl- anfordern.
