HPV PCR-Nachweis
Früherkennung von Gebährmutterhalskrebs
Klinische Bedeutung:
Ano-genitale Papilloma-Infektionen stellen bei den sexuell übertragbaren Krankheiten ein potentielles Krebsrisiko dar.
Ihre Inzidenz nahm innerhalb der letzten 30 Jahre hauptsächlich durch den Erfolg zytologischer Screeningmethoden stetig ab. Trotzdem wurde erneut ein Anstieg der Erkrankung bei Frauen unter 50 Jahren festgestellt. Manifeste HPV-Infektionen des Genitaltraktes sind Condylomata acuminata und Condylomata plana. Diese Infektionen können aber auch mit benignen veränderungen, mit der bowenoiden Papulose, als auch mit der vulvären intraepithelialen Neoplasie, sowie mit Zervix- und Vulva-Präkanzerosen und mit Peniskarzinomen assoziiert sein.
Klinische Relevanz:
Zerviskarzinome sind mit 500.000 Fällen weltweit immer noch die zweithäufigste Krebserkrankung bei Frauen. Obwohl ein jährliches Screening erfolgreich in 70 % der potentiellen Fälle von Zervixkarzinomen vorbeugt, ist diese Methode doch nicht ohne Einschränkung zu sehen. Die zusätzliche Untersuchung auf HPV mittels PCR kann helfen, diese Probleme zu lösen. Durch epidemiologische Studien ist unabhängig von anderen Risikofaktoren ein Zusammenhang zwischen dem Vorhandensein von genitalen Papillomaviren und der Entstehung von Gebärmutterhalskrebs klar erwiesen. In einer veröffentlichten Untersuchung mit Daten von Patientinnen aus 22 Ländern wurden HPV-viren in 93 % der Fälle von invasiven Zervixkarzinomen nachgewiesen. Eine andere Studie zeigt, dass persistierende HPV-Infektionen chronisch zervikale Dysplasien hervorrufen.
Spezielle Krnakheitsbilder sind mit dem Vorhandensein bestimmter HPV-Typen assoziiert. So sind z.B. die "high-risk" HPV-Typen 16, 18, 45, 56, usw. mit hochgradigen zervikalen Läsionen und invasivem Gebärmutterhalskrebs assoziiert. Die "intermediate-risk" HPV-Typen 31, 33, 35, 51, 52, usw. sind mit hochgradigen zervikalen intraepithelialen Läsionen, seltener mit invasivem Gebärmutterhalskrebs assoziiert. Die "low-risk" HPV-Typen 6, 11, 42, 43 und 44 werden hauptsächlich in genitalen Condylomen und niedriggradigen, nicht jedoch bei invasivem Gebärmutterhalskrebs gefunden.
Mit dem HPV-PCR-Test können alle bekannten anogenitalen HPV-Typen direkt nachgewiesen werden.
Indikation:
-unklare atypische zytologische Befunde (PAP IIw, III, IIID)
-verdächtige zytologische Befunde der Vulva von jungen Frauen und bei immunsupprimierten Frauen (PAP III, PAP IV und PAP V)
-Kontrolluntersuchung nach Therapie
Material:
Der Test kann mit Abstrichmaterial, zervikalen Lavagen, Ausschabungsmaterial und Biopsien durchgeführt werden.
Typisierung:
Aufgrund der Besinderheiten der HPV-Infektion, die durch 80 - 100 verschiedene HPV-Typen mit unterschiedlicher Aggressivität hervorgerufen werden kann, wird nach positivem PCR-Nachweis zur genauen Charakterisierung des Virus, nachfolgend eine Sequenzanalyse durchgeführt. Diese eindeutige Typisierung ermöglicht eine Abklärung des individuellen Risikoprofils einer jeden HPV-Infektion.
