Der Knochenmarker ICTP
ICTPTM(PathoCollagen)
Ein neuer sensitiver und hochspezifischer Serummarker zur Früherkennung von Knochenmetastasen.
Klinische Bedeutung:
Eines der Hauptprobleme bei Krebserkrankungen sind die Rezidive (Metastasen). Vor allem bei Brust-, Prostata- und Lungenkrebs sind Knochenmetastasen häufig vorhanden. Berichten zufolge konnten in Routineuntersuchungen bei jeder zweiten Frau mit Brustkrebs in Japan Knochenmetastasen festgestellt werden. In einem japanischen Krebskrankenhaus durchgeführte, sorgfältige pathologische Untersuchungen offenbarten eine Knochenmetastasierung bei mehr als 70 % der Patienten mit Brustkrebs. Folglich bedürfen Patienten mit Brustkrebs nach Behandlung über einen längeren Zeitraum andauernde Nachsorgeuntersuchungen. Literaturangaben zufolge beträgt auch mehr als fünf Jahre nach einer Brustoperation die Inzidenz von Knochenmetastasen jährlich 3 - 4 %. Diese Befunde lassen die Verlaufkontrolle von Brustkrebs als ebenso wichtig wie die Früherkennung und Behandlung erscheinen.
Der Knochenstoffwechsel bei Krebspatienten unterscheidet sich charakteristisch von dem bei Gesunden. Bei einer Knochenmetastasierung wird durch ein spezielles Enzym, MMP-9, die spezifische Bildung größerer Collagenmoleküle, wie das ICTP (PathoCollagen), durch eine gesteigerte Osteoklastenaktivität indiziert. Östrogen und folglich auch die durch die Krebstherapie oder Postmenopause verursachten hormonellen Veränderungen beeinflussen die Konzentration von ICTP, im Unterschied zu anderen Markern nicht. Größere Collagenabbauprodukte wie ICTP können daher spezifische Marker in der Verlaufskontrolle von veränderungen des Knochenabbaus im Zusammenhang mit einer Knochenmetastasierung darstellen und den Knochenabbau spezifisch widerspiegeln. Mit Progredienz der Knochenmetastasen trotz CAF-Therapie stiegen die ICTP-Spiegel allmählich an, während die Spiegel von BALP und CA 15-3 unverändert blieben.
Beim multiplen Myelom konnte erstmals ein signifikanter Unterschied in den ICTP-Serumspiegeln einer Pateintengruppe mit Myelom im Stadium I gegenüber einer Gruppe von Personen mit MGUS gezeigt werden. Im Gegensatz dazu konnte für die klassischen Urinparameter kein signifikanter Unterschied zwischen den verschiedenen Kollektiven ermittelt werden. Ein Fortschreiten der Erkrankung beim multiplen Myelom ist von einem Anstieg des Serum-ICTP parallel zum Krankheitsstadium begleitet. ICTP ist insbesondere was die Unterschiede in verschiedenen Krankheitsstadien betrifft, aber auch hinsichtlich der prognostischen Wertigkeit, den Urinparametern deutlich überlegen. In Übereinstimmung dazu legen neuere Untersuchungen nahe, dass die ICTP-Bestimmung relativ unempfindlicher gegenüber Schwankungen des normalen Knochenstoffwechsels ist, so dass dieser Parameter bevorzugt zur Untersuchung der pathologischen Knochenresorption beim multiplen Myelom eingesetzt werden sollte.
Diagnostik / Therapieüberwachung:
Der Knochenmarker ICTPspiegelt den Effekt einer Chemotherapie wider, da die ICTP-Werte sensitiver als andere Marker die Reaktion von Knochenmetastasen auf eine Chemo-Hormontherapie wiedergeben.
Die Genauigkeit der Therapieüberwachung wird durch die Kombination aus Knochenszintigraphie und routinemäßige Anwendung von ICTP erhöht.
Durchführung:
Die ICTP-Bestimmung wird in unserem Labor durchgeführt!
Material:
Serum
