Allergiediagnostik

Mit dem im Januar 2017 erfolgten Umzug unserer "Betriebsstätte Labor Aprath" in die Räume des MVZ Dr. Stein + Kollegen nach Mönchengladbach können wir nun auch den Leistungsschwerpunkt "Allergiediagnostik" mit höchster Kompetenz bedienen. Neben der Diagnose der IgE-vermittelten Typ-I-Allergie (Sofortreaktion, RAST) bieten wir zusätzlich ein breites Spektrum unter anderem an spezifischen IgG-Bestimmungen (Typ-III-Allergie) sowie den Nachweis nicht IgE-vermittelter Allergien (Pseudoallergien) beispielsweise auf Medikamente und chemische Substanzen mittels zellulärem Antigen-Stimulationstest (CAST).

Als hochspezialisiertes Diagnostiklabor können wir zudem fast jedes beliebige, potentielle Allergen an Trägermaterial koppeln und somit auch die Diagnose sehr seltener Allergien abklären.

Des Weiteren werden in unserem Labor alle relevanten, nicht spezifischen allergiediagnostischen Parameter wie Gesamt-IgE, Eosinophiles Kationisches Protein (ECP), Tryptase und Diaminooxidase (DAO) bestimmt.

In enger Zusammenarbeit mit renommierten Firmen wie Phadia/ ThermoFisher Scientific (Freiburg), Bühlmann Laboratories AG (Schweiz), r-Biopharm (Darmstadt) und Hycor (Kassel) wird die Allergiediagnostik auf einem qualitativ sehr hohen Standard durchgeführt.

 

Leistungsspektrum

Gesamt-IgE

ImmunoCAP Gesamt-IgE (Phadia/Thermo Fisher Scientific) ist ein In-vitro-Test für die quantitative Messung der Gesamtmenge des zirkulierenden IgE im Serum oder Plasma.

Klinische Indikation:

  • Atopieabklärung
  • Interpretationshilfe für die Beurteilung allergenspezifischer IgE-Werte
  • ergänzender diagnostischer Parameter bei Verdacht auf allergische Aspergillosen, Parasitosen, Immunmangelsyndromen, Myelomen, etc.

IgE-Antikörper treten als Ergebnis einer Sensibilisierung auf Allergene auf, die Messung des zirkulierenden Gesamt-IgE bietet eine Unterstützung in der klinischen Diagnose von IgE-vermittelten Allergieerkrankungen.
Erhöhte Werte an zirkulierendem Gesamt-IgE zeigen sich normalerweise bei Patienten mit allergischem Asthma, Heuschnupfen oder atopischem Ekzem, aber auch häufig bei exogen-allergischer Alveolitis (EAA, Typ-III-Allergie).

Referenzbereich:
Die Serumkonzentration des Gesamt-IgE ist altersabhängig.
Sie steigt während der Kindheit und im Alter von etwa 10 Jahren erreicht das Serum-Gesamt-IgE die Werte, die im Erwachsenenalter beibehalten werden.

Kinder*
Referenzbereich (kU/l)
Nabelschnurblut bis 0,70
  0 - 0,5 Jahre bis   2,75
  5 -    2 Jahre bis   3,75
  2 -    5 Jahre bis 16,0
  5 -    8 Jahre bis 26,2
  8 -  12 Jahre bis 34,6
12 -  16 Jahre bis 26,3

Erwachsene*
<20

Gesamt-IgE-Spiegel
Beurteilung
        <20 kU/l: Allergie unwahrscheinlich
        >100 kU/l: Allergie wahrscheinlich

*Alle Werte beziehen sich auf Messungen mit ImmunoCAP

Hinweis:
Das Gesamt-IgE kann eine spezifische Sensibilisierung nie ausschließen oder nachweisen. Für die Beurteilung der klinischen Relevanz ist das Laborergebnis in Zusammenhang mit der Anamnese und ggf. weiteren diagnostischen Untersuchungen zu betrachten.

Testprinzip:
Mit dem ImmunoCAP Gesamt-IgE-Verfahren wird die gesamte, zirkulierende IgE-Konzentration quantitativ gemessen. Die Methode ist ein Fluoreszenz-Enzym-Immunoassay mit dem ImmunoCAP als Festphase.

Messbereich:
2-5000 kU/l für unverdünnte Proben

Probenmaterial:
0,3 ml Serum oder Plasma pro Einzelbestimmung

Lagerung: bei 2-6°C möglich

Störfaktoren: tiefgefrorenes Vollblut, stark lipämisches, stark ikterisches Probenmaterial

Hinweis:
Nur mit Begründung der Diagnose abrechenbar (EBM/GOÄ)!

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ECP

ImmunoCAP ECP (Phadia/Thermo Fisher Scientific) ist ein In-vitro-Test für die quantitative Messung von eosinophilem kationischem Protein (ECP) im Serum.

Klinische Indikation:

  • Ausmaß der Entzündungsaktivität bei Asthma
  • Monitoring der therapeutischen Maßnahmen bei Asthma
  • Krankheitsaktivität und Therapie-Verlaufskontrolle bei atopischer Dermatitis

Während der späten Phase der allergischen Reaktionen setzen eosinophile Granulozyten bei ihrer Aktivierung unter anderem das eosinophile kationische Protein (ECP) frei. Hierbei handelt es sich um ein zytotoxisches und neurotoxisches Protein mit einem Molekulargewicht von 21 kDa. Es ist fast ausschließlich in eosinophilen Granulozyten enthalten und wird nur von aktivierten Eosinophilen freigesetzt. Dadurch korreliert die ECP-Konzentration im Serum (und anderen Körperflüssigkeiten) quantitativ mit dem Aktivierungsgrad der Zellen.

Ein Anstieg der ECP-Konzentration findet sich bei einer Vielzahl entzündlicher Vorgänge, wie beispielsweise Asthma bronchiale, atopische Dermatitis, Rhinitis, allergischen Entzündungen des Auges, parasitären Infektionen und entzündlichen Darmerkrankungen.

Normbereich:
Normalwerte für Erwachsene liegen im geometrischen Mittelwert bei 5,5 µg/l, die 95er Perzentile liegt bei 13,3 µg/l. ECP-Werte über 15 µg/l sollten als erhöht angesehen werden. Bei einem Therapie-Monitoring stellt der individuelle Basalwert den Bezugspunkt für den Patienten dar.

Testprinzip:
Mit dem ImmunoCAP ECP-Verfahren wird die ECP-Konzentration quantitativ gemessen. Die Methode ist ein Fluoreszenz-Enzym-Immunoassay mit dem ImmunoCAP als Festphase.

Messbereich:
2 - 200 µg/l für unverdünnte Proben

Referenzbereich:
<13,3 µg/l

Probenmaterial:
0,3 ml Serum pro Einzelbestimmung (max. 2h nach BE vom Blutkuchen abgetrennt)

Lagerung: bei 2-6°C möglich

Störfaktoren: tiefgefrorenes Vollblut, stark lipämisches, stark ikterisches, hämolytisches Probenmaterial
nicht möglich: Plasma

Für spezielle Fragestellungen können als Probenmaterial auch Nasensekret, Flüssigkeiten von Bronchoalveolär- und Nasal-Lavage sowie Biopsieüberstände eingesetzt werden.

Hinweis: Nur mit Begründung der Diagnose abrechenbar (EBM/GOÄ)!

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Tryptase

ImmunoCAP Tryptase (Phadia/Thermo Fisher Scientific) ist ein In-vitro-Test für die Gesamttryptase-Bestimmung im Serum.

Klinische Indikation:

  • Risikomarker für schwere Reaktionen und Anaphylaxien
  • klinischer Marker bei schweren perioperativen Reaktionen
  • Verdacht auf systemische Mastozytose oder hämatologische neoplastische Erkrankungen

Tryptase ist das in den Mastzellen überwiegend vorkommende Protein. Auch in den basophilen Zellen ist das Protein zu finden, dort allerdings in viel geringeren Mengen. Tryptasevorstufen werden kontinuierlich von den Mastzellen freigesetzt und in die Blutbahn abgegeben, wo sie die Anzahl der Mastzellen widerspiegeln. Sie bilden bei gesunden Menschen die basale Tryptase-Konzentration.

Reife Tryptase wird in den Granula von ruhenden Mastzellen gespeichert. Sie wird während der Mastzellaktivierung durch IgE-vermittelte oder andere Mechanismen in die Blutbahn abgegeben. Die vorübergehend erhöhten Konzentrationen reifer Tryptase dienen so als klinische Marker, die schwere Reaktionen als Anaphylaxie bestätigen.

Normbereich:
Bei gesunden Menschen liegt die Basalkonzentration in einem Bereich von ungefähr 1 bis 15 µg/l. Normalwerte für Erwachsene liegen im geometrischen Mittelwert bei 3,8 µg/l, die 95er Perzentile liegt bei 11,4 µg/l. Im Verlauf der Zeit bleibt dieser Wert normalerweise stabil. Manche Menschen mit erhöhter basaler Tryptase-Konzentration (ca. > 10 µg/l) gelten dennoch als stark gefährdet im Bezug auf schwere anaphylaktische Reaktionen.

Testprinzip:
Mit dem ImmunoCAP Tryptase-Verfahren wird die Tryptase-Konzentration quantitativ gemessen. Die Methode ist ein Fluoreszenz-Enzym-Immunoassay mit dem ImmunoCAP als Festphase.

Messbereich:
1 - 200 µg/l für unverdünnte Proben

Referenzbereich:
<11,4 µg/l

Probenmaterial:
0,3 ml Serum oder Plasma pro Einzelbestimmung


Lagerung: bei 2-6°C möglich

Störfaktoren: tiefgefrorenes Vollblut, stark lipämisches, stark ikterisches
Probenmaterial

Hinweis: Nur mit Begründung der Diagnose abrechenbar (EBM/GOÄ)!

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Diaminooxidase-Aktivität (DAO)

In-vitro-Test für die quantitative Bestimmung der Diaminooxidase-Konzentration im Serum.

Klinische Indikation:

  • Nachweis einer „Histaminintoleranz“

Histamin ist ein biogenes Amin und wird vorwiegend in Mastzellen und basophilen Granulozyten gespeichert. Hierbei handelt es sich um einen der wichtigsten Mediatoren IgE- aber auch nicht-IgE-abhängiger klinischer Reaktionen. Eine Histaminintoleranz ist keine Allergie im klassischen Sinne, da es hier zu keiner Antigen-Antikörper-Reaktion kommt, sondern der Körper exogen aufgenommenes Histamin nicht ausreichend abbauen kann. Verantwortlich für den Abbau des Histamins ist das entscheidende körpereigene Enzym Diaminooxidase, dessen wichtigster Wirkungsort der Darm ist. Durch eine noch unklare Hemmung der Enzymaktivität wird langsamer Histamin abgebaut, es kann folglich zu Kopfschmerzen, Kreislaufbeschwerden, Magen-Darm-Störungen, Hautauschlägen sowie anderen allergieähnlichen Symptomen kommen.

Da bislang kein objektiver Parameter zum Nachweis der Histaminintoleranz existiert, sollte differenzialdiagnostisch auch an entzündliche Darmerkrankungen (z.B. Morbus Crohn, Colitis ulcerosa), Zöliakie (Autoantikörper gegen Transglutaminase, Gliadin und Endomysium), Kohlenhydratverwertungsstörungen (Glutenunverträglichkeit, WDEIA) und „echten“ Nahrungsmittelallergien gedacht werden.

Testprinzip:
Die Diaminooxidase-Konzentration wird mittels Fluoreszenz-Enzym-Immunoassay quantitativ gemessen.

Referenzbereich:
Konzentration an DAO (U/ml)
Beurteilung:
    >10 Histamin-Intoleranz unwahrscheinlich
3 – 10 Histamin-Intoleranz möglich
    <10 Histamin-Intoleranz wahrscheinlich

Messbereich:
0,5 – 50 U/ml

Probenmaterial:
0,3 ml Serum pro Einzelbestimmung

Lagerung: bei 2-6°C möglich

Störfaktoren: hämolytisches, lipämisches Probenmaterial

Hinweis: Nur mit Begründung der Diagnose abrechenbar (EBM/GOÄ)!

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Allergenspezifisches IgE (RAST)

Die Quantifizierung der zirkulierenden IgE-Antikörper führt zu einer verbesserten Bewertung von Allergiepatienten.

Klinische Indikation:

  • Eingrenzung potenzieller und gefährlicher Allergieauslöser
  • Verlaufsparameter der Toleranzentwicklung

Für den Nachweis von allergenspezifischem IgE stehen uns mehr als 1100 unterschiedliche Allergene verschiedener, renommierter Firmen und über 100 Allergenkomponenten (siehe auch Molekulare Allergiediagnostik, Phadia/Thermo Fisher Scientific) für die sensitive und quantitative Bestimmung zur Verfügung.

IgE-Antikörper sind im Humanserum und –plasma aufgrund der Sensibilisierung auf ein spezifisches Allergen enthalten. Allergenspezifisches IgE löst Reaktionen vom sogenannten Sofort-Typ aus (u.a. Asthma bronchiale, Neurodermitis, Rhinokonjunktivitis). Die Messung der zirkulierenden IgE-Antikörper ermöglicht eine objektive Bewertung der Sensibilisierung. Im Allgemeinen zeigen niedrige IgE-Antikörperwerte eine geringe Wahrscheinlichkeit einer klinischen Erkrankung an. Die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten von klinischen Symptomen steigt mit zunehmender Konzentration der allergenspezifischen IgE-Antikörper.

Bewertung der allergenspezifischen IgE-Befunde:
Das Ergebnis wird durch Einordung in CAP-Klassen quantitativ angegeben. In der klinischen Praxis wird 0,35 kUA/l als Cut-Off genutzt.

CAP-Klasse = Konzentration an spezifischem IgE (kUA/l)*:
Beurteilung
0 =         <0,35: negativ
1 = 0,35 - 0,70: niedrig
2 = 0,70 - 3,50: mittel
3 = 3,50 - 17,5: mittelhoch
4 = 17,5 - 50,0: hoch
5 = 50,0 - 100: sehr hoch
6 =         >100: extrem hoch

*Alle Werte beziehen sich auf Messungen mit ImmunoCAP. 

Hinweis:
Für die Beurteilung der klinischen Relevanz ist das Laborergebnis im Zusammenhang mit der Anamnese zu betrachten.

Testprinzip:
Phadia/Thermo Fisher Scientific:
Mit dem ImmunoCap Spezifisches IgE-Verfahren wird die spezifische IgE-Konzentration quantitativ gemessen. Die Methode ist ein Fluoreszenz-Enzym-Immunoassay mit dem ImmunoCAP als Festphase.
Hycor:
Mittels allergenbeschichteter Papierscheibchen wird die spezifische IgE-Konzentration quantitativ gemessen. Die Methode ist ein Enzym-Immunoassay.

Messbereich:
0,1 – 100 kUA/l (A = allergenspezifische Antikörper)

Probenmaterial:
0,3 ml Serum oder Plasma pro Einzelbestimmung

Lagerung: bei 2-6°C möglich

Störfaktoren: tiefgefrorenes Vollblut, stark lipämisches, stark ikterisches Probenmaterial

Hinweis: Nur mit Begründung der Diagnose abrechenbar (EBM/GOÄ)!
Kinder <6 Jahre sind vom Laborbudget befreit: Kennziffer 32009 (15 Allergene abrechenbar!)

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Allergenspezifisches IgG

Die Quantifizierung der zirkulierenden IgG-Antikörper führt zu einer verbesserten Patientenbewertung.

Klinische Indikation:
Antigenspezifische Antikörper der Immunglobulinklasse G sind Teil des natürlichen Verteidigungssystems des Körpers und entstehen als Antwort auf den Kontakt mit fremden Substanzen (Typ III-Allergie). Die Anwesenheit von spezifischen IgG-Antikörpern für ein bestimmtes Antigen ist ein Marker für die Exposition zu diesem Antigen. Die Konzentration von spezifischem IgG im Serum oder Plasma spiegelt normalerweise auch den Umfang der Exposition zu diesem Antigen wider. Die Messwerte für spezifische IgG-Antikörper können eine Reihe von wertvollen klinischen Informationen in mehreren Bereichen liefern:

Bei allergischen Erkrankungen wird das spezifische IgG in folgenden Bereichen genutzt:

  • in klinischen Studien mit Asthma, Rhinitis, Urtikaria, Ekzem und Magen-Darm-Erkrankungen
  • als Marker für die Exposition bei verschiedenen Lungenerkrankungen wie z.B. exogen-allergischer Alveolitis (EAA) und allergischer bronchopulmonaler Aspergillose (ABPA)

Bei der Überwachung der Immuntherapie zeigt die erhöhte Konzentration von spezifischem IgG:

  • einen allgemeinen (aber nicht definitiven) Zusammenhang mit dem klinischen Bild
  • dass das Immunsystem auf die Therapie anspricht (IgG4 nach Hyposensibilisierung)

Bewertung der allergenspezifischen IgG-Befunde:
Es bestehen keine allgemeinen Cut-Off-Werte für die spezifischen IgG-Antikörper, da diese lediglich Marker für die Antigenexposition darstellen.

Testprinzip:
Phadia/Thermo Fisher Scientific: Mit dem ImmunoCap Spezifisches IgG-Verfahren wird die spezifische IgG-Konzentration quantitativ gemessen. Die Methode ist ein Fluoreszenz-Enzym-Immunoassay mit dem ImmunoCAP als Festphase.
Hycor: Mittels allergenbeschichteter Papierscheibchen wird die spezifische IgG-Konzentration quantitativ gemessen. Die Methode ist ein Enzym-Immunoassay.

Referenzbereich:
Gemessener Wert (mg/l)
Beurteilung*
        <30,0 negativ (Exposition nicht erkennbar)
30,0 – 100 fraglich – schwach positiv (Exposition möglich)
         >100 positiv (Exposition anzunehmen)

*Für die Beurteilung der klinischen Relevanz ist das Laborergebnis in Zusammenhang mit der Anamnese und ggf. weiteren diagnostischen Untersuchungen zu betrachten.

Messbereich:
2 – 200 mg/l

Probenmaterial:
0,3 ml (vorverdünntes) Serum oder Plasma pro Einzelbestimmung

Lagerung möglich bei 2-6°C

Störfaktoren: tiefgefrorenes Vollblut, stark lipämisches, stark ikterisches Probenmaterial

Hinweis: Nur mit Begründung der Diagnose abrechenbar (EBM/GOÄ)!

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Herstellung von Allergenextrakten und Allergenkopplungen

Auf gesonderten Wunsch kann Patientenserum auf spezifische IgE- und IgG-Antikörper gegen mitgeschickte Materialien (z.B. Hundehaare, Schimmelpilze, Medikamente, etc.) getestet werden. Diese eingesandten Materialien werden zunächst extrahiert und die Antigene aus der Lösung anschließend kovalent an ein BrCN-Papierscheibchen gekoppelt.

Bei Verdacht auf schimmelpilzhaltige Materialien (z.B. Tapete, Heu) werden die Pilzkulturen nach erfolgter Anzucht und Identifikation in der Mikrobiologie zur Allergenextrakt-Herstellung eingesetzt.

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Zellulärer Antigenstimulationstest (CAST)

Ein Test zur quantitativen In-vitro-Test Bestimmung von Sulfidoleukotrien LTC4 (mit Metaboliten) und LTE4 im EDTA-Blut.

Klinische Indikation:

  • Nachweis allergischer und pseudoallergischer, nicht IgE-vermittelter Reaktionen (insbesondere bei Medikamentenunverträglichkeit)

Der zelluläre Antigenstimulationstest beruht auf dem Nachweis spezieller Entzündungsmediatoren im Blut (sog. Sulfidoleukotriene), ausgeschüttet von u.a. basophilen und eosinophilen Granulozyten nach Aktivierung durch Antigenkontakt. Bei den basophilen und eosinophilen Granulozyten handelt es sich für gewöhnlich um Zellen der Immunabwehr von Parasiten, sie werden zu den Leukozyten gezählt. Mit dem CAST können allergische sowie pseudoallergische, nicht IgE-vermittelte Reaktionen insbesondere gegenüber Medikamenten, Insektengiften, Nahrungsmitteln/Nahrungsmittelzusätzen, Inhalations- und Umweltallergenen, etc. nachgewiesen werden.

Testprinzip:
Im CAST-2000-ELISA (Fa. Bühlmann) werden sedimentierte Leukozyten mit Interleukin 3 und Antigen stimuliert und die Konzentration des synthetisierten Allergen-Mediators Leukotrien LTC4 quantitativ gemessen.

Die Methode ist ein Fluoreszenz-Enzym-Immunoassay.

Referenzbereich:
Gemessener Wert (pg/ml)
Beurteilung
  50 – 100 negativ
100 – 200 fraglich positiv
        >200 positiv

Messbereich:
50 – 3200 pg/ml

Probenmaterial:
1 ml frisches EDTA-Blut pro Ansatz

Es werden sowohl Allergenmaterialien von der Herstellerfirma als auch mitgeschickte Materialien vom Einsender nach entsprechender Extraktherstellung eingesetzt.

Test durchführbar bis maximal 48h nach Blutentnahme
KEINE Lagerung, Ansatz SOFORT
Nicht möglich: Vollblut


Hinweis:
Nur mit Begründung der Diagnose abrechenbar (EBM/GOÄ)!

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ISAC (Immuno Solid Phase Allergenchip)

Die Quantifizierung spezifischer IgE-Antikörper mit ImmunoCAP ISAC führt zu einem ausführlichen Allergenprofil auf molekularer Ebene.

Klinische Indikation:

  • für ein umfassendes Sensibilisierungsprofil
  • in komplexen Fällen wie z.B. Patienten mit einer inkonsistenten Anamnese, eine nicht zufriedenstellende Antwort auf die Hyposensibilisierungsbehandlung oder bei polysensibilisierten Patienten

ImmunoCAP ISAC ist ein innovativer multiparametrischer In-vitro-Diagnostiktest auf der Basis der Biochip-Technologie. Der spezifische IgE-Chip ermöglicht die gleichzeitige Messung von spezifischen Antikörpern gegen ein Allergenpanel von zur Zeit 112 Allergenkomponenten aus 51 Allergenquellen in einem einzelnen Test und benötigt dazu nur 30 µl Serum oder Plasma. Die Allergene sind vorausgewählt und umfassen speziesspezifische und kreuzreaktive Marker.

Testprinzip:
Mit dem ImmunoCAP ISAC wird die spezifische IgE-Konzentration semi-quantitativ gemessen. Die Methode ist ein Fluoreszenz-Enzym-Immunoassay. Die Testergebnisse werden mit einem Biochip-Scanner und mit Hilfe der Phadia MIA Software ausgewertet und in ISAC Standardised Units (ISU) angegeben.

Messbereich:
0,3 – 100 ISU

Probenmaterial:
20-30 µl Serum, Plasma oder Kapillarblut

Lagerung möglich bei 2-6°C

Störfaktor: stark hämolytisch

Hinweis: Diese Untersuchung ist keine Kassenleistung und kann daher nur als Individuelle Gesundheitsleistung (IGeL) abgerechnet werden. Bitte kontaktieren Sie uns für nähere Informationen.

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Lymphozyten-Transformations-Test (LTT)

Diese Analyse befindet sich in der Planungsphase.

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ASCA IgA/IgG

Quantitative In-vitro-Bestimmung zirkulierender IgA- und IgG-Antikörper gegen Mannan der Bäckerhefe als eine weitergehende Differenzierung nach einer bestätigten CED.

Klinische Indikation:

  • Differenzierung zwischen Morbus Crohn (MC) und Colitis ulcerosa (CU)

ASCA steht für Anti-Saccharomyces cerevisiae-Antikörper, also Antikörper gegen die Bäckerhefe bzw. genauer gegen das Zellwand-Glycoprotein Phosphopeptidomannan der Bäckerhefe. Chronisch entzündliche Darmerkrankungen (CED) wie Morbus Crohn (Enteritis regionalis) oder Colitis ulcerosa sind durch eine unklare Ätiologie und chronisch-rezidivierende Entzündungsprozesse des Verdauungssystems gekennzeichnet.

Für die serologische Diagnostik von Morbus Crohn sind Antikörper der Isotypen IgA und IgG gegen Mannan der Hefe Saccharomyces cerevisiae beschrieben worden. Bis zu 70% der Patienten mit Morbus Crohn weisen zirkulierende Antikörper gegen ASCA auf. Die Ursachen des Auftretens von ASCA sind bisher unklar, sie scheinen jedoch mit einer entzündlichen Beteiligung des Dünndarms assoziiert zu sein. Die Bestimmung der IgA/IgG-Antikörper kann als weiterführende Diagnostik im Falle einer bestätigten chronisch-entzündlichen Darmerkrankung durchgeführt werden.

Testprinzip:
Mittels Enzym-Immunoassay werden die zirkulierenden IgA- und IgG-Antikörper quantitativ gemessen.

Referenzbereich:
ASCA (U/ml)
Beurteilung
<20 negativ
>20 positiv

Messbereich:
1- 300 U/ml

Probenmaterial:
0,2 ml Serum pro Einzelbestimmung

Lagerung möglich bei 2-6°C

Störfaktoren: lipämische, hämolytische und kontaminierte Proben

Hinweis: Nur mit Begründung der Diagnose abrechenbar (EBM/GOÄ)!

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Zöliakie (tTG- und Gliadin-IgA/IgG)

Quantitative In-vitro-Bestimmung zirkulierender IgA- und IgG-Antikörper gegen Transglutaminase und desaminiertes Gliadin.

Klinische Indikation:

  • Vorhersage/Ausschluß einer Zöliakie

Die Zöliakie ist eine Erkrankung, die vor allem den Magen-Darm-Trakt betrifft und ist gekennzeichnet durch chronische Entzündungen der Schleimhaut. Man bezeichnet sie auch als gluten-sensitive Enteropathie oder nichttropische Sprue und geht einher mit der Atrophie der Darmzotten und Malabsorption.
Die Erkrankung ist zudem eng mit der Hauterkrankung Dermatitis herpetiformis assoziiert. Es wurden die größten genetischen Risikofaktoren der Zöliakie (HLA-DQ2 + HLA-DQ8) und Umweltreize (spezifische Peptide in Weizen, Roggen sowie Gerste) bestimmt.

Bei den mit Zöliakie-assoziierten Hauptantigenen handelt es sich um die Gewebstransglutaminase (tTG) und das desaminierte Gliadinpeptid:
Die Gewebstransglutaminase gehört zu einer Familie von Ca2+ -abhängigen Enzymen, die eine Bildung der Quervernetzung zwischen Proteinen katalysieren. tTG ist in den menschlichen Organen weit verbreitet und ist mit den Fasern assoziiert, die weiche Muskelzellen und Endothelzellen im Bindegewebe umgeben. tTG spielt eine Rolle im extrazellulären Matrixaufbau und den Gewebereparaturmechanismen. Weizengliadine können als Substrat für die Transglutaminasereaktionen dienen.
Bei Patienten mit normalen Serum-IgA-Werten wird der Nachweis von IgA anti-tTG-Antikörpern empfohlen. IgG anti-tTG-Antikörper sind charakteristisch für Zöliakie-Patienten mit IgA-Mangel. Die Bestimmung des IgA-Serum-Spiegels ist eine sinnvolle Ergänzung zu der Zöliakiediagnostik.
Die Zöliakie-verursachenden Gliadine gehören zu den Glutenproteinen. Gliadine sind eine Mischung aus ca. 50 Bestandteilen und können in vier große Fraktionen unterteilt werden: alpha-, beta-, gamma- und omega-Gliadine. Gliadinpeptide, die bei Zöliakie-Patienten die Schleimhautbarriere überwinden, werden durch Gewebstransglutaminase (tTG) desaminiert, wodurch diese weitaus immunogener werden als unbearbeitete Gliadinpeptide. Desaminierte Gliadinpeptide stellen somit spezifischere Ziele für die Gliadin-Antikörper dar.

Als weiteren Labortest zur Vorhersage der Zöliakie empfehlen wir den Nachweis von Endomysium-IgA-Antikörpern.

Testprinzip:
Mit dem EliA Celikey IgA/IgG-Verfahren wird die Transglutaminase-IgA/IgG-Antikörper-Konzentration quantitativ gemessen. Die Methode ist ein Fluoreszenz-Enzym-Immunoassay.
Mit dem EliA GliadinDP IgA/IgG-Verfahren wird die deaminierte Gliadin-IgA/IgG-Antikörper-Konzentration quantitativ gemessen. Die Methode ist ein Fluoreszenz-Enzym-Immunoassay.

Gewebstransglutaminase (tTG) und deaminiertes Gliadin:

Referenzbereich:
tTG und Gliadin (U/ml)

Beurteilung:     
     <7 negativ
>7-10 fraglich positiv
   >10 positiv

Messbereich
tTG-IgA: 0,1 – 128 U/ml für 1:100-verdünnte Proben
tTG-IgG: 0,6 – 600 U/ml für 1:100-verdünnte Proben

Messbereich
Gliadin-IgA: 0,1 – 142 U/ml für 1:50-verdünnte Proben
Gliadin-IgG: 0,4 – 302 U/ml für 1:100-verdünnte Proben

Probenmaterial:
0,2 ml (unverdünntes) Serum oder Plasma pro Einzelbestimmung

Lagerung möglich bei 2-6°C

Störfaktoren: tiefgefrorenes Vollblut, stark lipämisches, stark ikterisches Probenmaterial

Hinweis: Nur mit Begründung der Diagnose abrechenbar (EBM/GOÄ)!

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Molekulare Allergiediagnostik - was ist das?

Differenziertere Ergebnisse durch den Einsatz rekombinanter Allergene für eine präzisere Patientendiagnose und Therapie.

Mittels molekularer Allergiediagnostik werden nicht nur die Allergenquelle, sondern auch die für die Sensibilisierung relevanten Allergenkomponenten (Proteinmoleküle aus einer Quelle) identifiziert. Diese Methode ermöglicht, Primärsensibilisierungen von Kreuzreaktionen zu unterscheiden, wodurch die Spezifische Immuntherapie (SIT) noch erfolgreicher durchgeführt werden kann. Das Risiko schwerer systemischer Reaktionen auf Nahrungsmittel kann auch ohne Provokationstestung eingeschätzt werden.

Bei den Allergenkomponenten handelt es sich um die relevanten allergieauslösenden Bestandteile (Proteinmoleküle) der Allergenquelle. Die Allergenkomponenten werden unabhängig von der Allergenquelle aufgrund struktureller und biochemischer Ähnlichkeiten in Proteinfamilien zusammengefasst. Aus dieser Familienzugehörigkeit lassen sich wichtige Rückschlüsse ziehen.

Scheinbare Mehrfachsensibilisierungen werden häufig von wenigen kreuzreaktiven Komponenten ausgelöst, die in ähnlicher Form in vielen Allergenquellen vorkommen – und nicht etwa von vielen unterschiedlichen Pollenarten oder Nahrungsmitteln. Auch überraschende allergische Symptome können oftmals durch Kreuzreaktionen erklärt werden, wie beispielsweise Hausstauballergiker, die aufgrund einer Kreuzreaktion auf Tropomyosin keine Shrimps vertragen.

Mit der Identifizierung kreuzreaktiver Allergenkomponenten können Patienten kontrollierter, gezielter und letztendlich auch erfolgreicher behandelt werden.

 

 

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