Diagnostische Maßnahmen: Staphylocuccus aureus-Bakteriämie (SAB)

Eine Staphylococcus aureus-Bakteriämie (SAB) ist eine Erkrankung mit einer Mortalität bis zu 50%.

Folgende diagnostische Maßnahmen sind unter der Therapie notwendig:

1.
48 bis 72 Stunden nach Beginn der Antibiotikatherapie: Abnahme von 2 Kontroll-Blutkultursets

2.
Bei anhaltendem Nachweis von S. aureus mittels Kontroll-Blutkulturen oder Ausbleiben einer Entfieberung: Ausschluss einer Endokarditis und einertiefsitzenden Läsion (s. komplizierter SAB-Verlauf)

Die Therapiedauer der SAB beträgt bei unkompliziertem Verlauf 2 Wochen und kompliziertem Verlauf 4 bis 8 Wochen.

• unkomplizierter SAB-Verlauf (alle Kriterien müssen erfüllt sein):
Katheter-assoziierte SAB oder anderer nicht-tiefsitzender Primärfokus, frühzeitige Entfernung des ursächlichen Katheters, negative Kontrollblutkulturen, Entfieberung innerhalb 48 bis 72 Sunden nach Therapiebeginn, kein Hinweis auf Endokarditis, keine implantierten Fremdkörper, kein Anhalt für eine tiefsitzende sekundäre Infektion

• komplizierter SAB-Verlauf (Vorliegen eines einzelnen Kriteriums ausreichend):
Endokarditis, tiefsitzender Primärfokus oder tiefsitzende sekundäre Infektion (Osteomyelitis, Spondylodiszitis, septische Arthritis/Gelenkempyem, septischer Herd im Abdomen, Weichgewebe, Gefäß, infiziertes Fremdmaterial), Meningitis, septische zerebrale Embolie, unklare Eintrittspforte

Antibiotikatherapie der 1. Wahl:

• Methicillin-sensibler S. aureus-SAB:
Flucloxacillin 4 – 6 x 2 g i. v.

• Methicillin-resistenter S. aureus:-SAB:
Vancomycin 2 x 15 mg/kgi. v. (Ziel-Talpspiegel 10 -15 mg/L) ggf. Plus Rifampicin 2 x 450 mgi. v. /p. o. (Alternativen bei Kontraindikationen zu Vancomycin: Daptomycin 1 x 6 – 9 mg/kg, Linezolid 2 x 600 mg i.v/p. o.).

Referenzen: 1. Thwaits et al, Lancet Inf Dis 2011, 2. Rieg et al. Krankenhaushygiene up2date 2011

Erfassungspflicht gemäß §23 Infektionsschutzgesetz (lfSG)

Nach § 23 Abs.1 IfSG (Link zur PDF-Datei) besteht für Krankenhäuser und Einrichtungen für ambulantes Operieren die Verpflichtung zur gezielten Erfassung und Bewertung bestimmter nosokomialer Infektionen (Surveillance) sowie zur Erfassung von Erregern mit besonderen Resistenzen und Multiresistenzen. Die Erfassung soll die Einrichtungen in die Lage versetzen, eigene Schwächen im Hygienemanagement zu erkennen und gegebenenfalls die notwendigen Hygienemaßnahmen zu verstärken oder zu etablieren bzw.der Verbreitung der betreffenden Erreger möglichst schnell Einhalt zu gebieten und sind Teil des Qualitätsmanagements im Sinne des § 137 SGB V.