Allgemeine Informationen

Stand vom 19.11.09

 

Die durch den Neue Influenza A/H1N1 („Schweinegrippe“)-Virus ausgelöste Grippewelle hat sich, von Mexiko ausgehend, innerhalb weniger Monate weltweit über mehr als 160 Länder ausgebreitet. In Deutschland wurde die erste Erkrankung mit dem Neue Influenza Virus A/H1N1 am 28. April 2009 bei einem aus Mexiko zurückkehrenden Reisenden diagnostiziert. Seither wurden in Deutschland über 30.000 Fälle registriert, davon ungefähr ein Viertel der Erkrankungsfälle in Nordrhein-Westfalen. Zwar verliefen bisher die Erkrankungen in Deutschland in der Regel - bis auf einzelne tödliche Ausgänge - mild, bei weiterer Zunahme der Erkrankung können zukünftig schwere Verläufe auftreten, da Influenza- Viren ihr Erbgut ständig verändern können. In der bevorstehenden Influenza-Saison besteht somit die Gefahr eines Austausches genetischen Materials zwischen verschiedenen Influenza-Viren. Nach Meinung der WHO ist die weltweite Ausbreitung des leicht übertragbaren Virus nicht zu stoppen. Es gibt vermutlich bei in den letzten Jahren geimpften Personen einen beschränkten Immunschutz gegenüber dem Neue Influenza A/H1N1 Virus.

Klinisches Bild

definiert als mindestens eines der beiden folgenden Kriterien:

• Fieber UND akute respiratorische Erkrankung (z.B. Husten)

ODER

• Tod durch unklare akute respiratorische Erkrankung.

 

Labordiagnostischer Nachweis

Positiver Befund für Neue Influenza (A/H1N1) mit mindestens einer der drei folgenden Methoden:

• Nukleinsäure-Nachweis (z.B. spezifische PCR für neue Influenzaviren (A/H1N1)),

• Virusisolierung und spezifischer Nachweis von neuen Influenzaviren (A/H1N1).

• vierfacher Titeranstieg für spezifische Antikörper gegen neue Influenzaviren (A/H1N1) (Eine Bewertung von Antikörpernachweisen setzt die Kenntnis eines eventuellen zeitlichen Zusammenhangs mit einer Influenza-A(H1N1)-Impfung voraus.)

 

Epidemiologische Bestätigung

definiert als mindestens einer der beiden folgenden Nachweise innerhalb von 7 Tagen vor Erkrankungsbeginn:

• Epidemiologischer Zusammenhang mit einer labordiagnostisch nachgewiesenen Infektion beim Menschen durch Mensch-zu-Mensch-Übertragung.

• Laborexposition: Kontakt mit laborddiagnostisch nachgewiesen kontaminierten klinischen Materialien (z.B. in einem Labor, in dem Proben auf neue Influenzaviren (A/H1N1) getestet werden).

 

Labordiagnostik im MVZ Dr. Stein + Kollegen

Das MVZ Dr. Stein + Kollegen führt den Nachweis der Neuen Influenza A/H1N1 durch. Es stehen zur Verfügung:

 

• Influenza A/B Antigenschnelltest

Neueste Untersuchungen zeigen für Neue Influenza A/H1N1 eine Sensitivität des Schnelltestes von maximal 50% (±10%)1,2. Daher ist eine primäre Diagnostik der Neue Influenza A/H1N1 mittels PCR empfohlen.

 

• Neue Influenza A/H1N1 PCR

Das MVZ Dr. Stein + Kollegen ist vom RKI als Laboratorium für die Bestätigungsdiagnostik ernannt.

 

• Neue Influenza A/H1N1

Antikörper-Test steht zur Verfügung. In diesem Test werden Antikörper der in dieser Saison in der menschlichen Bevölkerung zirkulierenden Viren der saisonalen Influenza A/H1N1, Influenza A/H3N2, Influenza B und Neue Influenza A/H1N1 "Schweinegrippe" getestet.

 

 

Probenentnahme

Die Probenentnahme erfolgt nach Absprache mit dem zuständigen Gesundheitsamt und möglichst früh nach Symptombeginn unter Einhaltung adäquater persönlicher Schutzmaßnahmen (www.rki.de).

Es sollte mittels eines trockenen Tupfers je ein Abstrich aus

 

• dem Rachen (rechts und links der Uvula abstreichen)

 

UND

 

• einem Nasenloch (entlang der Nasenscheidewand)

genommen werden. Zu den zwei Abstrichen sollte keine Flüssigkeit zugegeben werden. Die zwei Abstriche sollten nicht in Transportmedium verschickt werden.

Für den Antilörper-Test wird Serum benötigt.

 

 

Versand

Die Proben sind nach UN Nr. 3373 (gemäß P650; www.rki.de) zu klassifizieren. Die Verpackung besteht aus 3 Komponenten:

 

1. Abstrichtupfer in flüssigkeitsdichten Probegefäßen

2. flüssigkeitsdichtes Schutzgefäß oder Tüte des MVZ Dr. Stein + Kollegen

3. Der Fahrdienst des MVZ Dr. Stein + Kollegen nimmt die so verpackten Proben für den Transport ins Labor in einer formstabilen Außenverpackung in Empfang, die mit "UN3373, BIOLOGISCHER STOFF, KATEGORIE B" gekennzeichnet ist.

 

Falls die Proben nicht durch den Fahrdienst von MVZ Dr. Stein + Kollegen transportiert werden, bitten wir Sie für die Außenverpackung selber Sorge zu tragen.

 

Annahme der Untersuchungsproben

Grundsätzlich werden Untersuchungsmaterialien jeden Tag, rund um die Uhr persönlich angenommen (Ausnahme: zwischen Samstag 15.00 Uhr und Sonntag 8.00 Uhr und zwischen Sonntag 14.00 Uhr und Montag 8.00 Uhr erfolgt die Abgabe der Proben durch Einwurf in den Notfallbriefkasten). Die Ergebnisse werden telefonisch und/oder per FAX mitgeteilt.

Falls das PCR-Ergebnis am gleichen Tag der Entnahme vorliegen sollte, sind folgende Annahmezeiten einzuhalten:

 

montags bis freitags 7:00 bis 17:00 Uhr

samstags                7:00 bis 15:00 Uhr

sonntags                 8:00 bis 14:00 Uhr

 

Das Untersuchungsergebnis von einer Probe, die außerhalb dieser Annahmezeiten im MVZ Dr. Stein + Kollegen ankommt, liegt am folgenden Tag um 9.00 Uhr vor.

 

Das Testergebnis der Antikörperuntersuchung liegt nach 5 bis 9 Tagen vor.

 

Allgemeine Hygienemaßnahmen

Angesichts der eingeschleppten und der in Deutschland erworbenen Infektion steigt die Bedeutung persönlicher Hygienemaßnahmen, insbesondere bei Kontakt zur Reiserückkehrern und bei multiplen Kontakten zu anderen Personen, z. B. in Schulen und Kindertagesstätten. Infektionen mit Influenzaviren können sich unter Kindern und Jugendlichen besonders rasch ausbreiten. Die Viren werden vor allem durch Tröpfcheninfektion übertragen. Beim Niesen und Husten können die Erreger auch auf die Hände gelangen und dann durch direkten Kontakt oder über die Hände weiterverbreitet werden. Daher werden als vorbeugende Maßnahme empfohlen: häufiges Händewaschen, das Husten in den Ärmel statt in die Hand und die regelmäßige Lüftung geschlossener Räume (3 – 4 Mal täglich für 10 Minuten).

Darüber hinaus zu ergreifende Hygienemaßnahmen sind unter www.rki.de zu finden oder mit dem zuständigen Gesundheitsamt zu besprechen.

 

Isolierung von Verdachtspersonen, wahrscheinlichen und bestätigten Fällen

Bei stationärer Behandlung von Verdachtspersonen, bei wahrscheinlichen und bestätigten Fällen erfolgt eine Isolierung gemäß den Empfehlung des RKI (www.rki.de).

Verdachtspersonen, wahrscheinlichen und bestätigten Fälle im nicht-stationären Bereich werden nach den Vorgaben des zuständigen Gesundheitsamtes isoliert. Das örtliche Gesundheitsamt legt die erforderlichen infektionshygienischen und infektionsepidemiologischen Maßnahmen fest und prüft bei Verdachtsfällen die Hinsichtlich der Kontaktpersonen zu veranlassenden Infektionsschutzmaßnahmen.

 

 

Therapie

Nach bisherigem Kenntnisstand ist das neue Influenzavirus A/H1N1 empfindlich gegenüber den Neuraminidasehemmern Oseltamivir (Tamiflu®) und Zanamivir (Relenza®), aber resistent gegenüber Amantadin. Einzelresistenzen gegen Oseltamivir sind beschrieben. Die Therapieentscheidung liegt beim behandelnden Arzt. Antivirale Substanzen zum Einsatz in der Therapie der Influenza sind3-6:

Ansprechpartner im MVZ Dr. Stein + Kollegen

Dr. med. Benno Beckers Tel.: 02161/ 81 94 404

PD Dr. med. Wiltrud Kalka - Moll Tel.: 02161/ 81 94 448

Referenzen

1. WHO, Weekly epidemiological record “Human infection with new influenza A (H1N1) virus: clinical observations from a school-associated outbreak in Kobe, Japan, May 2009”, No. 24, 2009, 84:237-248.

2. Faix DJ et al., Rapid-Test Sensitivity for Novel Swine-Origin Influenza A (H1N1) Virus in Humans. N Engl J Med. 2009 Jun 29

3. EMEA/H/C402 European Public Assessment Report Tamiflu vom 12.04.2006-09-01

4. Fachinformation Tamiflu®, Stand Januar 2006

5. Fachinformation Relenza®, Stand Oktober 2005

6. RKI; 25.04.2009

 

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