Blasen-Tumormarker NMP22 (Nukleäres Matrix-Protein)

Neuer hoch sensitiver und spezifischer Tumormarker zur frühzeitigen Erfassung des Blasenkarzinoms

Klinische Bedeutung:

Das Harnblasenkarzinom ist mit einer Inzidenz von 37 bzw. 10 / 100.000 der fünfhäufigste maligne Tumor des Mannes und der elfhäufigste der Frau. Allein in Europa macht das 75.000 Neuerkrankungen im Jahr aus. Das mittlere Alter bei Diagnosestellung beträgt 65 Jahre. Raucher sind zwei- bis dreimal häufiger betroffen als Nichtraucher.

Ebenso haben ein erhöhtes Risiko:

Beschäftigte in der Chemie, der Lederindustrie, Friseure, Maschinisten, Metallarbeiter, Drucker, Maler, Textilarbeiter und Fernfahrer.

NMP22 erlaubt eine schonende und patientenorientierte Diagnostik mit entsprechendem Therapiemonitoring.

NMP22 ist doppelt so sensitiv wie die Zytologie.

NMP22 hat einen negativen Vorhersagewert von 92 % bei männlichen Patienten und 86 % bei weiblichen Patienten.

NMP22 erfasst auch den oberen Bereich des Urogenitaltrakts.

NMP22 unterstützt die zeitliche Planung der Zystoskopie.

NMP22 interferiert nicht mit Urin-Analyten wie Hämoglobin, Zytokeratinen oder Erythrozyten. Thiotepa oder BCG-Therapien haben ebenfalls keinen Einfluss auf die Ergebnisse.

NMP22 besitzt eine Sensitivität von 70 bis 85 % als Marker für die Detektion von Blasentumorrezidiven.

NMP22 ist in den USA von der FDA (Food & Drug Administration) zugelassen und dient als Screening-Marker zur Diagnosestellung, zur Rezidivdetektion und zum Therapie-Monitoring.

Diagnostik/Therapieüberwachung:

Hämaturie, Dysurie und Harnfrequenzstörungen treten häufig erst bei ausgeprägten Tumorstadien auf. Ebenfalls sind erst größere Tumore rektal oder vaginal tastbar. Oberflächlich wachsende Tumore können nur mit mäßiger diagnostischer Sensitivität mittels Urinzytologie erfasst werden. Zur Bestätigung muss eine Zystoskopie durchgeführt werden. Zur Absicherung der Diagnose müssen Biopsien entnommen und histologisch untersucht werden. Häufig ist es dabei schwierig, kleine und flach, teilweise subepithelial wachsende Tumore zu finden. Außerdem neigt das Blasenkarzinom zur frühzeitigen Metastasierung und es hat eine ausgeprägte Rezidivneigung.

Frühzeitige Diagnose von Primärtumoren und Rezidiven sind daher von essentieller Bedeutung für die Behandlung der Patienten und für die Prognose.

NMP22 ist ein nukleäres Matrixprotein, dessen Expression in Tumoren des Uriogenitaltrakts mehr als 10mal höher ist, als in gesunden Zellen. Bei Zelltod zerfällt das NMP in lösliche Fragmente, die im Urin nachweisbar sind.

Der NMP22 wird in diesem Enzymimmunoassay von monoklonalen Antikörpern erkannt und quantitativ bestimmt (NMP22-Test). Somit kann bei Patienten mit Übergangsepithelkarzinom bereits am fünften postoperativen Tag mit einer nichtinvasiven Methode nach Transurethraler Resektion das Rezidivrisiko beurteilt werden.

Referenzbereich:

NMP22 Werte über 10 U/ml sind positiv

Zusätzliche Labordiagnostik:

p53-Antikörper als Malignitäts- und Prognosemarker.

CYFRA 21-1 und TPA als Progressionsmarker vor allem bei muskelinvasiven Blasentumoren.

Untersuchungsmaterial:

Urin

A c h t u n g !

Die Fläschchen enthalten eine blaue Schutzflüssigkeit.

Den Inhalt nicht verschütten!

Die Flasche wieder fest verschließen und mit den vorgesehenen Etiketten kennzeichnen.

Die Probe in den Kunststoffbeutel (mit Saugtuch) verschließen und innerhalb von 24 Stunden ins Labor senden.

Kostenlose Anforderung von Abnahmematerial im Labor: 0 21 61 / 81 94 -293